Gehalten wurde die Fortbildung vom ehemaligen Bundestrainer Hans-Werner Niesner und dem pensionierten Chirurgen Gerhard Achenbach. Die beiden Seminarleiter brachten unserer Gruppe von 16 Teilnehmern mit viel Witz und vielen praktischen Beispielen das gesunde Badmintonspielen näher.
Zunächst einmal stellten die beiden Referenten heraus, worauf es beim Badminton eigentlich sportmedizinisch ankommt und machten klar, dass das Wichtigste zur Verletzungsvermeidung eine saubere Technik ist. Und das führte Hans-Werner schnell zu seinem Credo: "Ball anschauen, Ball anschauen, Ball anschauen!". Er erklärte uns, dass viele Spieler da hinschauen wo der Ball nie hinfliegt, da sie ihn bereits vorher verschlagen. Das sollten wir später noch am eigenen Leib erfahren.
Gerhard Achenbach zeigte uns dann verschiedene Sportverletzungen auf und erläuterte die PECH-Regel. Diese dient als Merkhilfe zum Umgang mit Sportverletzungen. Die Abkürzung steht für Pause, Eis, Compression, Hochlegen. Soll heißen: Auf keinen Fall weiterspielen, ein wenig Eis draufpacken, Druckverband anlegen und hochlagern. Dennoch gab er uns den Hinweis, dass auf jeden Fall ein Arztbesuch folgen sollte.
Im weiteren Tagesverlauf beschrieben die beiden Referenten außerdem auch noch wie man richtig taped und ließen dabei auch nicht die Methodik des Kinesio- bzw. Meditapings aus. Zwar ersetzte der Vortrag keinesfalls eine Ausbildung im Taping, vermittelte aber einige Grundlagen.
Am Abend dann traten wir die Reise zu Sporthalle an. Dort angekommen der erste kleine Schock: "Wo sind denn hier die Badmintonlinien?" Auch nach längerem Hinschauen waren auf dem Hallenfußboden keine zu entdecken. Auch war im Geräteraum keine Spielfeldmatte gelagert. Nun galt es also mit Volleyballmaterial ein Netz zu improvisieren. Hans-Werner versprach aber, dass dieser Umstand eine Beschwerde nach sich ziehen werde.
| Ein Teil des Schlosses Grevelinghausen |
| Hans-Werner Niesner bei der Technik-Erklärung |
Ball anschauen! Jetzt in der Praxis
Nach diesen kleinen Startschwierigkeiten folgte dann aber der eindrucksvollste Teil des Seminars. Mit dem unscheinbaren Korrekturhinweis "Schau den Ball an!" verbesserte Hans-Werner innerhalb von wenigen Minuten die Schlagqualität der meisten Teilnehmer. Auch bei mir stellte ich schnell eine erhebliche Steigerung der Schlaggenauigkeit fest, nur durch das ansehen des Balltreffpunktes.
Wo wir schonmal in der Halle waren, holte der ehemalige Bundestrainer gleich zum Rundumschlag aus und zeigte uns den aktuellen Technikstand des Leistungssports. Dabei erklärte er auch ein paar Vermittlungsmethoden. Mir zeigte es, dass viele Schläge deutlich einfacher und verkürzter vermittelt werden können, als es in der Trainerausbildung (zumindest in Hessen) gelehrt wird.
Sehen ist wichtig
Wer gut sieht, der spielt besseres Badminton. Dieses Fazit konnten wir Teilnehmer aus dem abschließenden Vortrag am Sonntagmorgen ziehen. Hier zeigte Gerhard Achenbach uns noch einmal auf, wie sehr die Sehfähigkeit von Sportlern unterschätzt wird. Und das obwohl 95% der Koordination über die Augen laufen. Daher sollten regelmäßige Sehtests für einen guten Sportler dazu gehören.
Insgesamt konnte ich aus dieser Fortbildung ganz viele neue Impulse für mein eigenes Spiel, aber natürlich auch für mein Training mitnehmen und kann jedem nur diese spaßige, lockere und informative Veranstaltung nur empfehlen!


